Axel von der Ohe will Digitalisierung neu denken: Digitale Stadt. Kurze Wege. Work Hannover.
Zu viele Formulare, zu viele Wege, zu viel Zeitverlust im Alltag: Für Axel von der Ohe ist klar, Hannover muss bei der Digitalisierung der Verwaltung deutlich schneller werden und sie konsequent vom Alltag der Menschen her denken.
„Digitalisierung ist kein Selbstläufer. Sie ist eine Frage der Prioritäten. Hannover hat alle Voraussetzungen für eine moderne, digitale Stadtverwaltung. Jetzt müssen wir das auch konsequent anpacken“, erklärt von der Ohe.
Viele Hannoveranerinnen und Hannoveraner erleben noch immer eine Verwaltung, die Zeit kostet. Gleichzeitig entsteht oft der Eindruck, vieles sei längst digital. Für von der Ohe liegt genau darin ein Kernproblem. „Digitalisierung darf keine Fassade sein. Nach außen modern, im Inneren alles beim Alten. Genau das frustriert die Menschen.“
Für ihn geht es deshalb nicht darum, bestehende Verfahren digital nachzubilden, sondern Verwaltung grundsätzlich vom Alltag der Menschen her neu zu denken. „Die Verwaltung muss den Menschen dienen, nicht umgekehrt. Es ist eine Frage des Respekts, dass Menschen ihre Zeit nicht mit unnötigen Abläufen verlieren.“
Im Zentrum seines Konzepts stehen sogenannte Life-Event-Services, also digitale Angebote, die sich an konkreten Lebenssituationen orientieren und automatisch greifen. Ziel ist eine Verwaltung, die mitdenkt und Abläufe im Alltag vereinfacht. „Wer umzieht, soll sich einmal melden und nicht dieselben Wege mehrfach gehen müssen. Genau so muss Verwaltung funktionieren.“
Geplant sind gebündelte Services rund um Umzug, Geburt und das Älterwerden. Nach einem Umzug werden Folgeprozesse automatisch angestoßen, bei einer Geburt unterstützt ein digitaler Willkommensservice, und auch im Alter soll es frühzeitig Orientierung zu Angeboten und Unterstützung geben.
Ein zentrales Instrument ist ein digitales Bürgerkonto, mit dem Daten nur noch einmal eingereicht werden müssen. „Wenn Menschen dieselben Informationen immer wieder neu angeben müssen, läuft etwas grundsätzlich falsch.“
Damit Digitalisierung wirkt, will von der Ohe auch interne Strukturen verändern und Zuständigkeiten stärker an Lebenssituationen ausrichten. „Die Menschen denken in Lebenssituationen, nicht in Ämtern.“
Sein Ziel: „Ich will, dass Hannover eine Stadt ist, die mitdenkt, kurze Wege schafft und den Menschen den Rücken freihält.“
Digitale Stadt. Kurze Wege. Work.Hannover
Hannovers Oberbürgermeisterkandidat Axel von der Ohe (SPD Hannover) macht Digitalisierung zur Chefsache.
Digitalisierung ist kein Selbstläufer
Hannover hat alle Voraussetzungen für eine moderne, digitale Stadtverwaltung: engagierte Mitarbeitende, technisches Know-how, eine starke Hochschullandschaft. Und doch erleben viele Hannoveranerinnen und Hannoveraner täglich, dass Da Sand ist im Getriebe.: Formulare in dreifacher Ausfertigung, Behördengänge für Dinge, die einfacher online erledigt sein könnten, Wartezeiten, die nicht sein müsste.
Das ist kein Naturgesetz. Das ist eine Frage des politischen Willens. Andere Städte zeigen, wie es geht. Hannover kann das auch – und muss es jetzt anpacken.
Digitalisierung bedeutet für mich nicht, Verfahren zu digitalisieren, die niemand braucht. Es geht um echte Entlastung: weniger Wege, weniger Wartezeit, mehr Zeit für das, was wirklich zählt. Die Verwaltung soll den Menschen dienen – nicht umgekehrt.
Was ich konkret anpacke
1. Bürgerdienste, die das Leben einfacher machen – Life-Event-Services
Hannoveranerinnen und Hannoveraner sollen die Verwaltung gar nicht erst bemerken müssen. Weil sie einfach funktioniert. Deshalb baue ich proaktive Bürgerservices auf, die an entscheidenden Lebensmomenten automatisch greifen.
Umzug – „Hannover Umzugs-Servicepaket“
Jedes Jahr ziehen rund 50.000 Menschen innerhalb oder nach Hannover um. Viele erledigen dieselben Behördengänge mehrfach. Das ändere ich: Nach der Ummeldung löst ein digitaler Service automatisch alle Folgeprozesse aus. Von der Mülltonnen-Zuordnung über das Bewohnerparken bis zum Schulbezirk und Wohngeldcheck. Einmal ummelden. Alles erledigt.
- Automatische Ummeldung bei städtischen Institutionen (Bibliothek, Stadtreinigung, Kita, Hundesteuer)
- Aktualisierung des Wohnberechtigungsstatus (z. B. Bewohnerparken)
- Meldung des neuen Schulbezirks, Kita-Infos im neuen Einzugsgebiet
- Automatische Anpassung Müllabfuhr und Tonnenzuordnung
- Check: Anspruch auf Wohngeld oder größere Wohnung
Geburt – „Willkommensservice Geburt“
Nach der Geburt müssen Eltern viele Dinge gleichzeitig regeln. Ich schaffe einen automatisierten Start-Service: Nach der digitalen Geburtsmeldung erhält die Familie sofort Kita-Vorschläge, Termine für U-Untersuchungen, Fristen-Reminder für Elterngeld und Mutterschutz sowie Hinweise auf lokale Unterstützungsangebote.
- Automatische Kita-Vorschläge basierend auf Wohnort und Verfügbarkeit
- Terminreservierung für U-Untersuchungen
- Erinnerungen an Fristen: Elterngeld, Steuerklassenwechsel, Mutterschutz
- Lokale Angebote: Stillberatung, Hebammen, VHS-Kurse
Älter werden – „SeniorenAssist Hannover“
Gut begleitet älter werden: digital und persönlich. Ab dem 65. Lebensjahr erhalten Hannoveranerinnen und Hannoveraner automatisch Informationen zu Fördermöglichkeiten, barrierefreien Umbauten und sozialen Angeboten. Pflegegrad-Anpassungen werden vorbereitet, bevor man selbst den Überblick verliert.
- Automatisierte Info-Pakete ab dem 65. Lebensjahr
- Personalisierte Beratung auf Grundlage einer Selbstauskunft
- Hinweise zu barrierefreien Umbauten inklusive Fördermittelauswahl
- Automatische Antragsvorbereitung bei Pflegegradveränderung
- Vernetzung mit Sozialdiensten, Johannitern, DRK
2. Digitales Bürgerkonto – einmal registrieren, alles erledigen
Das Once-Only-Prinzip klingt selbstverständlich, ist aber in Hannover noch nicht konsequent umgesetzt. Das ändere ich. Mit einem sicheren digitalen Bürgerkonto müssen Daten nur einmal eingereicht werden. Formulare werden digital, Wege werden kürzer, Bearbeitungszeiten werden messbar.
Die Verwaltung hört auf, Bürgerinnen und Bürgern dieselbe Information zehnmal abzufragen. Das ist Respekt vor der Zeit der Menschen.
3. KI und Automatisierung – klüger arbeiten, nicht mehr
Banken und Versicherungen automatisieren seit Jahren ganze Prozessketten. Städtische Verwaltungen können das auch. Ich setze auf KI-Anwendungen unter klaren ethischen Leitlinien in Zusammenarbeit mit Technologiepartnern aus Niedersachsen.
Das bedeutet: Routineaufgaben werden automatisiert, Bearbeitungszeiten sinken, Mitarbeitende gewinnen Zeit für komplexe Aufgaben und echte Beratung. KI ist kein Selbstzweck. Sie dient den Menschen in Hannover.
- Automatisierung standardisierter Verwaltungsvorgänge
- KI-gestützte Bearbeitung von Anträgen mit klaren Transparenzregeln
- Entlastung der Mitarbeitenden für anspruchsvollere Aufgaben
4. Silos abbauen – Verwaltung neu denken
Eine der größten Hürden für gute Digitalisierung ist die innere Struktur der Verwaltung. Wer für ein Problem drei verschiedene Ämter kontaktieren muss, bekommt keine gute Lösung, egal wie digital das Portal ist. Ich bringe die Verwaltungseinheiten näher zusammen, schaffe klare Zuständigkeiten entlang der Lebenssituationen der Menschen und messe Erfolg an konkreten Service-Levels.
Mein Anspruch
Ich will, dass Hannoveranerinnen und Hannoveraner die Verwaltung als Partner erleben, nicht als Hürde. Nicht als Fußnote in der Digitalisierungsdebatte. Sondern als Stadt, die wirklich mitdenkt.